Rückschau 2009
Zum Programm des 31. Jahrgangs 2009
HERZLICH WILLKOMMEN IN DIPPOLDISWALDE
Sachsens ehemals kleinste Kreisstadt, heute Große Kreisstadt (knapp 11.000 Einwohner), liegt im Talkessel der Roten Weißeritz an Deutschlands ältester Schmalspurbahn in etwa 360 Meter Höhe: auf halbem Wege zwischen der Landeshauptstadt Dresden (20 km, stündlicher Busverkehr) und dem Wintersportzentrum Altenberg. Sie wird geprägt von einem rekonstruierten mittelalterlichen Stadtkern um die Stadtkirche (sehenswert ist außerdem die weithin einmalige Basilika aus dem 13. Jh.), Schloß und Rathaus nebst großem Marktplatz. Das Stadtbild des malerischen Ortes wird beherrscht von den Turmhauben der Kirche (Klengel) und des Schlosses - Symbol des Musikvereins Dippoldiswalde e. V.
Zum nahen Umfeld gehören Parks, bewaldete Hänge mit Wanderwegen nebst Ausblicken oder Fernsicht und das Naherholungsgebiet Talsperre Malter, deren Mauer 2002 zwar nicht die Flut durch Dresdens Hauptbahnhof, aber eine größere Katastrophe verhinderte.
Bereits 1218 Kirchort und seit 1401 Amtssitz, wurde die Stadt 1874 Verwaltungssitz einer der königlich-sächsischen Amtshauptmannschaften. Einst vom Silberbergbau geprägt, später von Lohgerber-, Töpfer-, Strohflechter- und anderen Gewerben, war es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. die Stadt der international gefragten Deutschen Müllerschule. Heute sind auch Hafernährmittel-, Hydraulik- und Papierfabrik Ruinen des vergangenen Jahrhunderts. Der vielgepriesene Dresdner Christstollen kam aus Dippoldiswalde (und Siebenlehn) erst in die Residenzstadt. Zur Zeit ist vermutlich die beste sächsische Bäcker-Eierschecke im historischen Zentrum zu kaufen, und Dippoldiswalde wurde „1a-Einkaufsstadt”.
Wo vor mehr als 90 Jahren zeitweise die „Kalliope” Schallplatten produzierte, später noch die Opernsängerin Liesel von Schuch in der Villa ihres beamteten Bruders oder mit heimischen Chören ihren Sopran ertönen ließ, setzt man heute zunehmend auf Künste als ideale Ergänzung zum Tourismus.
Museum, Meisterinterpreten-Konzerte im Kulturzentrum, wo Kammerorchester, Chor, diverse Mal- und andere Zirkel heimisch wurden, Kirchenkonzerte, Osterzgebirgsgalerie und literarische Angebote im Rathaus locken wie Wassersport (Talsperre) und gepflegte Hotels ins „Tor zum Osterzgebirge”. In dem alten Beamtenstädtchen sind heute noch Teile des Landratsamtes des ehemaligen Weißeritzkreises zu Hause.
Für Sommerfrischler, Wintersportler, Natur- und Kunstbegeisterte hat „Dipps” eine ideale Mittelpunktlage zwischen den Domstädten Freiberg und Meißen sowie der Sächsischen Schweiz und Teplitz. Ein Abzweig der E 55 (B 170), der Straße nach Prag, unweit von Dippoldiswalde, führt durch Silbermanns Heimat Frauenstein ins nahe deutsche Weihnachtsland.
Wolfgang Mende (2008)
Schirmherr: Dr. Benedikt Holtbernd,
künstlerischer Betriebsdirektor der Semperoper Dresden
Organisation: Wolfgang Mende
-31. Jahrgang-
Kulturzentrum „Parksäle“ Dippoldiswalde
Die Reihe „Meisterinterpreten im Gespräch“ beginnt am Sonntag, dem 18. Januar 2009, 16.00 Uhr mit einem attraktiven Haydn-Mendelssohn-Abend. Drei Solisten der Staatskapelle werden im Mittelpunkt stehen. Prof. Peter Lohse spielt Joseph Haydns Trompetenkonzert Es-Dur, Johann-Christoph Schulze stellt das Baryton, Lieblingsinstrument von Haydns Brotherrn Nikolaus von Esternázy, vor und spielt eines der Konzerte. Susanne Branny wird diesmal Mendelssohns vermutlich beliebtestes Werk interpretieren: das Violinkonzert e-Moll. Die Kapellsolisten steuern die Sinfonie „Der Schulmeister“ bei – Leitung: Prof. Helmut Branny. Die Komponisten würdigt Prof. Dr. Gervink (Musikhochschule Dresden).
Rezension:
Dem Glanz der Trompete und der Rarität des Barytons folgte die Krönung mit der Geige
Dafür gab's im zweiten Teil vor der Pause mit Haydns Konzert für Baryton und Streichorchester einen kammermusikalischen Leckerbissen. Vorab stellte Johann-Christoph Schulze sehr amüsant, auch für den Laien verständlich und anschaulich das seltene Instrument vor, was für heutige Klanggewohnheiten etwas ungewöhnlich (gewöhnungsbedürftig), aber doch recht interessant klang.
Die folgende Würdigung der Komponisten durch Prof. Dr. Gervink von der Musikhochschule war für alle verständlich und interessant.
Mendelssohns Violinkonzert nach der Pause dann der grandiose Höhepunkt des Konzertabends!
Oft stehen Star-Geiger im Mittelpunkt, um zu brillieren, und das Orchester spielt mehr oder minder gut mit. In „Dipps“ waren die Hauptakteure (Branny/Branny) zwei Ensemble-Musiker, und genau das war der Garant für ein wunderbares Miteinander von Solistin und Orchester, für eine äußerst homogene und faszinierende Interpretation ohne jegliche Vordergründigkeiten – wohl aber mit fein herausgearbeiteten Details. Einige Hörer weinten vor Freude.
Susanne Branny hatte das Konzert eigens für Dipps einstudiert und wird es bei DER Begeisterung auch kaum bereut haben. Man erlebt wohl eher selten, daß sich das Publikum beim Applaudieren spontan von den Plätzen erhebt! Vielleicht macht Frau Branny die Begeisterung abermals Lust auf mehr ... oder konkreter: Wie wäre es nach Beethoven und Mendelssohn mit Tschaikowskis herrlichem Violinkonzert?
Den Abschluß des Konzertabends bildete Haydns „Schulmeister“-Sinfonie. Wunderschön musiziert, hätte sie (im nachhinein ist man immer schlauer) vielleicht besser am Anfang des Konzerts gestanden. Man wurde den Eindruck nicht ganz los, daß viele Zuhörer noch „im Banne der Geige“, vom Violinkonzert gefangen waren.
Am Ende egal – Zuhörer und Musiker waren gleichermaßen begeistert; letztere dankten dem Publikum mit einer Straußschen Pizzicato-Zugabe.
Die 1. Konzertmeisterin der Staatskapelle Weimar, Prof. Ursula Dehler, leitet das Thüringische Kammerorchester, das außer Divertimentis Mozarts eine Kassation und eine Sinfonie („Mit dem Hornsignal“) Haydns zu Gehör bringt. Das Hornquartett der Staatskapelle wird interessante Hörner vorstellen. Termin: Sonntag, 8. März 2009, 16.00 Uhr.
Die Weimarer Staatskapelle entsendet ihr Thüringisches Kammerorchester nebst Hornquartett nach Dippoldiswalde: zu einem orchestralen Haydn-Mozart-Nachmittag, in dessen Konzertpause uns Stephan Katte und seine Kollegen Hornisten erneut eine andere Variante des Pausengesprächs gestalten werden. Ein Original-Horn der Haydn-Zeit und andere Instrumente werden unser wißbegieriges Publikum interessieren.
Dirigentin wird Frau Professor Ursula Dehler, 1. Konzertmeisterin der Staatskapelle Weimar, sein. Beginn ist bei „Meisterinterpreten im Gespräch“ am 8. März 2009 nochmals 16.00 Uhr. Anrecht und freier Kartenverkauf werden angeboten.
Vorschau vom 25.02.2009:
Unterhaltsames von Haydn und Mozart mit dem Thüringischen Kammerorchester der Staatskapelle Weimar
Am 13.3.1962 gründete Konzertmeister Friedemann Bätzel im Foyer des Nationaltheaters Weimar mit Kollegen der Staatskapelle das Thüringische Kammerorchester. Knapp 47 Jahre später ist Frau Konzertmeisterin Prof. Ursula Dehler Leiterin des Ensembles von Streichern, dessen Interpreten möglichst authentisch Klassik und Romantik, vor allem aber Barockmusik darbieten. Die ursprünglichen Besetzungslisten insbesondere der Thüringer Hofkapellen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Kantrabilität und Musizierlust des Jubilars Joseph Haydn und des einstigen Salzburger Wunderkindes Wolfgang Amadeus Mozart sollen den Nachmittag des 8. März bei „Meisterinterpreten im Gespräch“ im Kulturzentrum prägen: Musik gepflegter Unterhaltung aus der Zeit des Rokokos (weitgehend zierlich-verspielter Kunststil zwischen 1720 und 1770/80) der Kaiserin Maria Theresia und des Feldmarschalls und Kunstmäzens Fürst Nikolaus Joseph von Esternázy. Damals waren noch Gegensätze von „weltlich“ und „kirchlich“ wie von „gehoben“ (klassisch) und „volkstümlich“ fremd.
Das Besondere in der Ausführung wird darin bestehen, daß Hornisten der Staatskapelle Weimar auf ventillosen Hörnern der Haydn-Zeit blasen werden.
Das Extra des Abends: Die Hornisten wollen ihre Lieblingsinstrumente vorstellen. Haydns Sinfonie Nr. 31 „mit dem Hornsignal“ D-Dur wird deshalb auch nach serenadenhaften Piecen mit und ohne Hörner den Höhepunkt bilden. Neben der vor allem kammermusikalisch (zum Beispiel vom Fürsten Esternázy) gespielten Gambe spielte das Horn ja schon vor der Romantik eine besondere Rolle. Es gehörte zur fürstlichen Jagd, die Haydn als „Hausoffizier für Musik“ erlaubt war, ergo tauchte es auch öfters im Konzert auf.
Beginn ist am Sonntag, dem 8. März, um 16 Uhr. Der Kartenvorverkauf erfolgt im Kulturzentrum, bei den „DNN“, in den „SZ“-Treffpunkten und in allen bekannten Dresdner CTS-Vorverkaufsstellen. Restkarten erhalten Sie an der Abendkasse.


Vorschau vom 3.2.2009:
320. Konzert der Reihe "Meisterinterpreten im Gespräch" am Sonntag, dem 8.3.2009, 16 Uhr
Im Kulturzentrum "Parksäle" werden das Thüringische Kammerorchester der Staatskapelle Weimar und das Alphornensemble Weimar erwartet. Auf dem Programm stehen Werke von Haydn und Mozart.
Restkarten gibt es in allen bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.
Wolfgang Mende
Von den ersten Pulten der Dresdner Staatskapelle ist der 1. Konzertmeister Prof. Matthias Wollong, beim Bayreuther Festspielorchester in gleicher Position, engagiert. Den Duo-Abend bestreitet am Sonnabend, dem 28. März 2009, 19.30 Uhr der Berliner Konzerthausorganist Joachim Dalitz, mit ihm. Auf dem Programm stehen Werke von J. S. Bach, G. F. Händel, W. A. Mozart und J. Rheinberger.
Vor den Dresdner Musikfestspielen, die wir zwei Jahre förderten, ohne zur Kenntnis genommen zu werden, gastiert das Klavier-Duo Prof. Arkadi (Jury-Vorsitzender des internationalen Rubinstein-Klavierwettbewerbs) und Tatjana Zenzipér mit „Ein Sommernachtstraum“ (Mendelssohn Bartholdy). Im Programm stehen außerdem Rachmaninows „Paganini-Variationen“ sowie Liszt und Haydn. Am Sonnabend, dem 9. Mai 2009 ist, wie üblich, 19.30 Uhr Beginn.
Rezension:
Ein Rachmaninow-Erlebnis von Festspielcharakter
In Dippoldiswaldes Konzertreihe war das bekannte Dresdner Künstler-Ehepaar Zensipér zu Gast und gab ein phänomenales Rachmaninow-Konzert, wie es in unserer Region vermutlich so kompakt öffentlich noch nicht zu hören war. Die Verbrämung mit melodisch-stimmungsvollen Einstiegspiecen von Mendelssohn und Haydn für die beiden Teile des Abends schien den Jubilaren geschuldet und lenkte vielleicht weniger zum gravierenden Hauptthema tiefer Ernsthaftigkeit hin.
Von Anfang an aber (die elfenzarte „Sommernachtstraum“ Ouvertüre hatte schon ein wenig zuviel vom dramatischen Atem des Folgenden) frappierte der Gleichklang der Finger und Seelen, und die „Paganini-Variationen“ auf ein a-Moll-Thema des Zaubergeigers aus dessen Capricen op. 1 waren für von Bach bis Strauss und Prokofjew geschulte Ohren schon ein sensationelles Ereignis. In 24 Variationen zogen die Interpreten bei weitgehendem Vomblattspiel alle Register ihres Könnens. Einer der unstrittigen Höhepunkte war die 18. Variation mit dem am ehesten bekannten Andante cantabile, „Liebesthema“ des vielleicht „letzten Romantikers“ im Programmheft benannt.
Trotz aller bis zum Brutalen reichenden Härten, von gebürtigen Petersburgern besonders kongenial nachempfunden, führten die kaum gespielten, programmatisch gedachten „Sinfonischen Tänze op. 45“ schließlich in eine fremde, aber ebenso interessante Welt des Abschieds mit Rück- und Ausblick.
Ernste Problematik (vielsagende Tonarten!) in tiefempfundener Musik mit kurzen Monologen, walzerartig heitereren Reminiszenzen, aber vor allem tokkatenhaft-barbarischer Unerbittlichkeit - und nur ein wenig Aufhellung schließlich in der Coala der allerletzten Aussage des Komponisten und weltberühmten Pianisten Rachmaninow, der drei schöpferische Jahre in Dresden verbrachte.
Es war schon erstaunlich, wie einmütig die Begeisterung für die „Sinfonischen Tänze“ und die Interpreten war, welchen nach enormer physischer und psychischer Anstrengung die Freude anzumerken war. Es gab im gut gefüllten Saal keinerlei Spannungsabfall nach den eingängigeren Variationen vor der Pause.
Im Programm mit Überlänge auch Haydns „Der Meister und die Schüler“. Was da im Gesamtzusammenhang etwas harmlos wirken konnte, besaß einen anderen Reichtum: den der melodischen Erfindung. Köstlich und mimisch adäquat der Professor und die Dozentin als seine perfekte Schülerin.
Gelungene Überraschungen die Zugaben nach dem Motto, daß die Kunst letztlich heiter sei. Geboten wurden eine unbekannte Polka Rachmaninows im besten böhmisch-wienerischen Stil und für Freunde vor der „Goldenen“ der „Hochzeitsmarsch“, das sicherlich bekannteste Mendelssohn-Werk.
Mehrfach Bravorufe dankbarer Hörer.
Bliebe die Frage, ob in unserer medienträchtigen Zeit nicht eine Einspielung der Rachmaninow-Werke lohnte ...
-ng
Zum dritten Male bot sich Prof. Reinhard Ulbricht, der ehemalige Konzertmeister der Staatskapelle, seit 2008 Ehrenmitglied des Musikvereins, zu einem Benefizkonzert für Sonnabend, 6. Juni 2009, 19.30 Uhr mit seiner Violinklasse an. Es wäre ein Zeichen der Achtung und Dankbarkeit vor dem immer noch lehrenden Nestor der Dresdner Streicherschule wie dem Musikverein, wenn alle Anrechtler im Werte einer Konzertkarte spendeten. (Der Abschnitt im Gesamtanrecht wird nur der Erinnerung halber gedruckt.) Am Flügel wird der japanische Korrepetitions-Dozent der Hochschule „Carl-Maria von Weber“, Go Kato, erwartet.
Wieder einmal kommen am Sonnabend, dem 20. Juni 2009, 19.30 Uhr Weltstars der Kammermusik aus Prag nach Dippoldiswalde. Das Pražak-Quartett würdigt Joseph Haydn, den „Vater des Streichquartetts“, mit den Meisterwerken Lerchen-, Sonnen-und Kaiserquartett, und es wartet vor der Pause auf Fragen zu ihren Erlebnissen mit Musik und Erfahrungen mit Menschen, zu Arbeit und Freizeitinteressen, ihren Tonträgern
sowie Reisen.
Sieben Trompeter, zwei Paukisten und ein Organist bilden das originale Dresdner Trompeten-Consort, welches am Sonntag, dem 6. September 2009, 16.00 Uhr den zweiten Teil des Konzertjahres eröffnet. Bewahrung der höfisch-sächsischen Trompeter- und Paukistenkunst ist die selbstgestellte Aufgabe des Ensembles. Die Leitung und Moderation hat der 1. Solotrompeter der Staatskapelle Dresden, Mathias Schmutzler.
Der ehemalige Schirmherr, Generalintendant Hans-Joachim Frey, will uns als Helfer verbunden bleiben und hat für Sonnabend, den 12. September 2009, 19.30 Uhr erneut das Zweitkonzert der Wettbewerbssieger des Competizione dell’Opera für Dippoldiswalde geplant. Am Flügel wird traditionell der Studienleiter der Semperoper, Johannes Wulff-Woesten erwartet. Die Moderation hat der neue Schirmherr, Dr. Benedikt Holtbernd, zugesagt.
Liederabend mit Rainer Trost muß auf den 8.11.2009 verlegt werden!!!
Sehr geehrte Damen und Herren,
leider mußte ich heute erfahren, daß unser für Sonntag, den 4. Oktober 2009 angesagter Sänger (Rainer Trost, Wien: Schwanengesang und andere Schubertlieder) erkrankt ist. Die Veranstaltung im Kulturzentrum muß deshalb abgesagt werden.
Zum Glück bin ich in der Lage, Ihnen den sofort vereinbarten neuen Termin mitzuteilen. Der Liederabend wird am Sonntag, dem 8. November 2009, 16 Uhr im Kulturzentrum Dippoldiswalde nachgeholt.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Mende
(Konzertorganisator)

Die Japanerin Mizuka Kano gewann im Juni 2008 beim 15. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau die Goldmedaille. Die höfliche und bescheidene Pianistin wird am Sonnabend, dem 24. Oktober 2009, 19.30 Uhr einige „Lieder ohne Worte“ und Präludium und Fuge f-Moll (Mendelssohn), eine Mozartsonate sowie als Hauptwerk Robert Schumanns „Davidsbündlertänze“ op.6 spielen.
Rezension:
Viel Sensus, auch ratio
Eine überzeugende Vorstellung von Mizuka Kano im Dippoldiswalder Parksaal
Durchsichtig und klar, jede Note hörbar machend, fast ein wenig streng – vielleicht stand Raro schon im Hintergrund – ging die gebürtige Tokioter- jetzt Wahl-Berlinerin ihr Gastspiel in Dippoldiswalde mit der letzten Pariser Mozartsonate an. Etwas verhalten auch der thematisch angelegte Andante-cantabile-Satz. Zu einem zunehmend galanten Bravourstück der jugendlichen Freude und Spiellust geriet dann das Finale, ihre fulminante Fingergeläufigkeit andeutend. Insgesamt war das wohl alles sehr in Mozarts Absicht, was da hörbar wurde.
Schönheit, perlend dann die Nr. 1 aus „Lieder ohne Worte“ - da ging die Seele auf. Und wie lustige Eskapaden zusammengebunden stellte sie mit Leichtigkeit das etüdenhafte „Spinner-Lied“ vor. Mendelssohn weniger bekanntes Präludium nebst Fuge op. 35 Nr. 5 in f-Moll stellte Feuriges neben Gesangliches und schuf vor der Pause einen ersten pianistischen Höhepunkt.
Das traditionelle Pausengespräch gab der jungen Künstlerin Gelegenheit, sich vielseitig vorzustellen und den schwierigen Weg zur Goldmedaille in Zwickau in ihrer bescheidenen Art anzudeuten.
Mit hauchdünnem Pianissimo eröffnete der Jungstar den zweiten Teil, der verständlicherweise Robert Schumann gewidmet war. Die Steigerung in der „Arabeske“ wirkte wie Hoffnung auf Clara und Broterwerb. Die 1. Schumann-Preisträgerin machte deutlich, was er erlebte: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, und selbst eine Beschleunigung des Pulses schien hörbar. Hell und selig der finale Einstieg, aber sogleich die Wolken der Ungewißheit auf dem Wege zur Hochzeit nebst Lieder-Herzensergießung. Nobel die Anschlagskultur.
Buchstäblich attacca ging es ans „Lieblingswerk“ der Pianistin, die „Davidsbündlertänze op. 6“. Diese verlangen eine große Gedächtnisleistung, vielseitigen Stimmungswechsel und nicht zuletzt ein aufmerksames Publikum. Mizuka Kano schuf die Charaktergegensätze nach Schumanns Ansprüchen, vor allem feurig und sinnend. Die Vielfalt des breit angelegten Einzelwerkes wurde emotional wie technisch-strukturell sehr gut eingefangen und zelebriert. Eine insgesamt stimmige Aussage. Das soll ein gestandener Konzertpianist der Agenturen erst einmal so spielen! Das Publikum applaudierte intensiv.
Insgesamt eine überzeugende Leistung der Aufsteigerin. Da kann man nur viel Glück für Zukunft wünschen. Und das tut man in Dippoldiswalde gern.
-ng
Fotos: privat
Am Sonntag, dem 8. November 2009, 16.00 Uhr erwartet die Reihe „Meisterinterpreten im Gespräch“ den lyrischen Tenor Rainer Trost aus Wien, der in vielen bedeutenden Opernhäusern (auch in Dresden) singt, zu dessen Schwerpunkten sich Wien, Salzburg und München entwickelten. Längst hat er sich auch im Konzertfach etabliert.
Im Mittelpunkt wird für das Lied-Duo (mit Johannes Wulff-Woesten) Franz Schuberts „Schwanengesang“ D 957 stehen. Unser Foto zeigt den Mozarttenor beim Ausflug in die Welt der Operette („Wiener Blut“, Seefestspiele Mörbisch, Burgenland).
Im Jahre 1969 gründete der einst in Freital beheimatete 1. Konzertmeister Günter Siering die Kammerorchester-Tradition der Dresdner Philharmonie mit einem Erstauftritt in Dippoldiswalde.
Sein Nachfolger, der 1. Konzertmeister Prof. Wolfgang Hentrich, wird aus diesem Anlaß am Sonntag, dem 15. November 2009, 16.00 Uhr ein Jubiläumskonzert mit fünf Solisten leiten. Es wirken mit: die mehrfache Preisträgerin Natalia Posnowa (D-Dur-Klavierkonzert Haydns), Schumannhaus-Direktor Dr. Thomas Synofzik (Cembalokonzert Haydns Nr. 1 F-Dur „Cuckoo and the Nightingale“), Freibergs Domkantor Albrecht Koch (Händel, Orgelkonzert B-Dur op.7 Nr. 1), Soloflötistin Karin Hofmann (h-Moll-Suite Bachs)
und der Dirigent selbst (Bach: E-Dur-Violinkonzert). Worte zum Jubiläum spricht der ehemalige Orchesterdramaturg Prof. Dr. Dieter Härtwig.
In regelmäßigen Abständen ist unser Dresdner Kreuzchor zu Gast in Dippoldiswalde. Vor der üblichen Weihnachtstournee schließt er am 1. Advent, dem 29. November 2009, 16.00 Uhr das Anrechtsjahr
2009 mit dem Weihnachtskonzert ab. Die Leitung liegt in den Händen von Kreuzkantor Roderich Kreile.
Rezension:
Überfüllter Saal zum Konzertjahresende bei
„Meisterinterpreten im Gespräch“
Vor einem beglücktem Publikum sang am vergangen Sonntag, dem29.11.2009, der Dresdner Kreuzchor. Der 1. Advent war zugleich Auftakt für die Weihnachtstournee unter Kreuzkantor Roderich Kreile.
In Dippoldiswalde endete damit der 31. Jahrgang von „Meisterinterpreten im Gespräch“ im Kulturzentrum.
Besonders erfreut wurde von den Hörern registriert, daß der Kreuzkantor mit dem kleinen Sebastian das in Dippoldiswalde traditionelle Pausengespräch übernahm. Das war eine unaufdringliche zusätzliche Werbung für die berühmte Institution, die natürlich immer wieder Nachwuchs braucht.
Erwartungsvolles Publikum
Der Kreuzchor hat sich aufgestellt
Insgesamt scheint es für den Außenstehenden so, daß die Hörerzahl in den letzten beiden Jahren wieder gewachsen ist, der Anteil der Jugendlichen allerdings nach wie vor gering.
Wie zu lesen war, soll das Programm für den 32. Jahrgang(!) im Jahre 2010 am 21.12. in der „SZ“ („PLUSZ“) und am Heiligabend in den „DNN“ abgedruckt werden. Ab Jahresende wird es auch im Internet auf den Seiten von www.meisterinterpreten.de nachlesbar sein.
Der Beginn von „Meisterinterpreten im Gespräch“ 2010 ist auf den 17.1., 16 Uhr im Kulturzentrum Dippoldiswalde festgelegt. Der Anrechtsverkauf beginnt am 11.1. im Kulturzentrum.
-ng
Fotos: Holger Becker
-Änderungen vorbehalten-
Auskünfte zu den Konzerten erhalten Sie außerdem abends
beim Musikverein Dippoldiswalde e.V.: 03504/614648.
